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"Whity's witzige Weltkriegs-Stories™"

Teil 5:

Einmal rund um Afrika

Dank der ganzen Sache mit den britischen Fischkuttern war der Großteil des zweiten Pazifikgeschwaders nunmehr gezwungen Afrika komplett zu umfahren. Die Briten hatten dem Geschwader mit wenigen Ausnahmen die Durchfahrt durch den Suez-Kanal verweigert. So machte man in Tangier in Marokko halt um ein letztes Mal frische Rationen an Bord zu nehmen. Jede weitere Proviant-Erweiterung würde nun über Schiffe erfolgen müssen. Beim Verlassen des Hafens schaffte man es (inzwischen aus Tradition) doch noch, ein wenig Schaden anzurichten. Eines der Schiffe durchtrennte mit seiner Schraube das Telegrafen-Kabel, welches Tangier für eine Woche vom Rest der Welt abschnitt.               
In enger Formation (hauptsächlich damit keiner Scheiße bauen konnte) dampfte man nun Westafrika hinab. Dabei wurde das Geschwader von keinem anderen Schiff als der Kamchatka angeführt. Rozhestvenski hatte die Eskapaden dieses inkompetenten Schiffes nun endgültig satt und wollte stets ein Auge auf den Kahn haben.    
Mit etwas Sicherheitsabstand folgten dem Geschwader inzwischen auch etwa 50 britische Schiffe...nur zur Sicherheit. Der kommandierende Admiral der Briten schrieb später in seinen Memoiren:        

„Im Sinne des Fair plays beabsichtigte ich, im Falle eines ernsthaften Gefechtes, lediglich 4 meiner Schlachtschiffe in den direkten Kampf zu schicken. Alles darüber hinaus wurde von mir und meinen Kapitänen als unfairer Vorteil gegenüber den Russen angesehen.“

 

...was so ziemlich alles über die Meinung der britischen Marine zu ihren potenziellen Feinden aussagte.

Vor Westafrika fand dann die erste Hochsee-Versorgung statt. Überraschenderweise ging dabei nicht mal was schief. Trotzdem dauerte die Übernahme von Kohle und Proviant fast zwei Tage. Daher befahl Rozhestvenski der Flotte eine Doppelladung Kohle an Bord zu nehmen. Dafür reichte der Platz in den Kohlebunkern allerdings nicht aus. So stapelte man also Säcke voll Kohle überall. Jeder Flur, jeder Raum, jede Kajüte und sogar das Oberdeck wurde mit so viel Kohle gefüllt wie nur möglich.

Wer sich jetzt fragt: „Hä? Ist doch eine clevere Idee, so kommt die Flotte mit weniger Vorratslieferungen aus?“, dem sei gesagt ja            
ABER:   
Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte schon bald dafür, dass alles (ALLES) mit einer feinen Schicht Kohleschlamm belegt war. Bald schon häuften sich die Atemwegserkrankungen an Bord und mehrere Dutzend Matrosen und Offiziere gingen daran in den nächsten Wochen zu Grunde. Hinzu kam die Tatsache, dass KOHLENSTAUB+LUFT=BUMM SHAKALAKA.            
Damit hatte Rozhestvenski nicht nur seine Besatzungen dezimiert sondern jedes einzelnes seiner Schiffe in eine fahrende Bombe verwandelt.      

Wie hoch schätzt ihr wohl ist die Chance, dass ihn das noch in den Arsch beißen wird?               

Neben den Atemwegserkrankungen breiteten sich auch die ersten Tropenkrankheiten auf den Schiffen aus. Bald schon hatten die Schiffsärzte alle Hände voll mit der Behandlung von Malaria und Fiebern etc. zu tun. Auch die Hitze machte den Schiffen langsam zu schaffen. Die Reise war daher eine ganz besondere persönliche Hölle für den Chef-Ingenieur Nakimov. Der verbrachte quasi jeden einzelnen Tag damit zwischen den Schiffen hin und her zu gondeln um alles von Lecks bis zu explodierten Dampfmaschinen zu fixen.            
Vor Angola kam ein gewaltiger Sturm auf. Sechs Tage lang regnete es wie aus Badewannen. Die Instabilität der Borodino-Klasse wurde hierbei besonders deutlich. Der starke Wellengang sorgte für hunderte Platzwunden und gebrochene Knochen in der ganzen Flotte. Zumindest wusch dieser Regen aber den Kohlenschlamm von den Oberdecks (aber nicht dem Rest der Schiffe). Als der Sturm endlich vorüber zog ließ Rozhestvenski seine Flotte Meldung machen.  
Prompt antwortete die Kamchatka mit „Sehen sie auch Torpedoboote?“ anstatt „Bei uns ist alles in Ordnung“...Kommunikation mit Flaggen war halt schwierig. Wieder einmal lernte ein armes unschuldiges Fernglas fliegen.                
Inzwischen konnte man den Admiral täglich auf den Brückenflügeln stehen sehen. Dort BRÜLLTE er mit aller Macht Beleidigungen in Richtung jener Schiffe, die ihm an diesem Tag so auf den Sack gingen. Inzwischen war die Kamchatka auch längst nicht mehr das einzige Schiff mit einem tollen Spitznamen.         
Als die Flotte vor Cape Town vor Anker ging erhielt Rozhestvenski einen weiteren Grund zum Fluchen. Ein Telegramm des Zaren besagte, dass Kapitän Klado Verstärkung schickte. Das dritte Pazifik-Geschwader war bereits in See gestochen und nun auf dem Weg nach Madagaskar, wo man sich mit Rozhestvenskis Verband zusammenschließen wollte. Im ersten Augenblick klingt das ja erst mal nicht wie ein Grund zum Fluchen. Immerhin ist Verstärkung ja doch eigentlich etwas Gutes!

ABER:

Die Verstärkung bestand aus dem Rest der Ostsee- und Schwarzmeer-Flotte. Es gab einen Grund, warum Rozhestvenski die besagten Schiffe zurückgelassen hatte:
Sie waren selbst für russische Verhältnisse abgeranzt, steinalt und langsam. Keines der Schiffe war jünger als fünfundzwanzig Jahre, keines schaffte mehr als 16 Knoten. Heutzutage klingt das nicht nach viel aber um die Jahrhundertwende machte die Seekriegsführung gewaltige Sprünge. Einige Schiffe dieser Flotte hatten noch Frontlader-Kanonen und wenigstens ein Schiff, war ein eisenbeplanktes Holzschiff aus den 1860ern. Rozhestvenski gab der Flottille daraufhin den Spitznamen „Sinkt-von-alleine-Geschwader“ und weigerte sich Updates über die Position seiner Flotte zu schicken, in der Hoffnung das man der „archäologischen Ansammlung von russischer Seefahrtsgeschichte“ (Originalzitat) entkommen konnte.         
Von Südafrika aus ging es nun weiter entlang der ostafrikanischen Küste gen Madagaskar.
Zur selben Zeit erhielt man durch die Britten allerdings auch den freundlichen Hinweis, dass eine weitere britische Trawler-Flotte von Durban in Südafrika gestartet war (nur zur Sicherheit, falls man in der Flotte mal wieder Torpedoboote sah, wo gar keine waren).

Teil 6:

Schlimmer geht immer

Ende Dezember 1904 erreichte das zweite Pazifik-Geschwader Madagaskar. Als französische Kronkolonie konnte man hier einen etwas wärmeren Empfang als in britischen Besitzungen erwarten. Tatsächlich erwartete Rozhestvenski jedoch eine Schlimme Botschaft aus St. Petersburg. Port Arthur hatte kapituliert. Die Japaner hatten die umliegenden Hügel eingenommen und das erste Pazifikgeschwader im Hafen zusammengeschossen. Mehr als 30.000 Mann waren in Gefangenschaft gegangen.
Es war von Anfang an geplant auf Madagaskar eine längere Pause einzulegen. Die Schiffe benötigten dringende Wartungsarbeiten und man wartete auf den Teilverband der Schwarzmeer-Flotte. Mit der Moral auf dem absoluten Tiefpunkt begannen die Matrosen und Offiziere bald damit, exotische Tierchen von der Insel auf die Schiffe zu bringen. So fanden sich schnell aller Art Schlangen, Vögel und sogar ein Krokodil auf die Schiffe. Jemand kam auf die brillante Idee, Rozhestvenski einen Papageien zu schenken. Nach wenigen Tagen, hatte dieser bereits ein beachtliches Repertoire an russischen Flüchen und Schimpfwörtern drauf. Mit den neuen Haustieren kamen allerdings auch einige Probleme. Ein Offizier des Kreuzers Aurora starb durch den Biss einer Giftschlange, nachdem er versucht hatte besagte Schlange aus einem Geschützrohr zu entfernen. Hinzu kam, dass die Schiffe nun neben Ratten eine gänzlich unerwartete Plage an Bord hatten: Chamäleons. Diese waren in den dunklen Ecken der Schiffe nur schwer zu fassen. Das lag aber auch daran, dass viele der Besatzungsmitglieder sie für äußerst giftig hielten. Somit war aus der größten Ansammlung von schwimmenden Bomben nun der größte schwimmende Zoo geworden. Das war aber noch nicht alles. Kurz vor der Ankunft in Madagaskar hatte das Kühlsystem des Kühlschiffes Esperance den Geist aufgegeben. Daraufhin mussten dutzende Tonnen verdorbenen Fleisches über Bord gekippt werden. Somit hatte die Flotte nicht nur einen gewaltigen Zoo an Bord, sondern wurde nun auch von einer Privatversion von SeaWorld in Form von hunderten Haien begleitet.
               
Wieder einmal brachte sich die Kamchatka in Erinnerung. Nachdem ein Besatzungsmitglied gestorben war, feuerte man zur Beerdigung einen Salut mit einer der Kanonen ab. In Ermangelung von Alternativen nahm man sich dafür eine Sprenggranate, die man für den Salut auf den armen Kreuzer Aurora abfeuerte. Ein weiteres armes hilfloses Fernglas machte Bekanntschaft mit dem Ozean.              
Dieses signifikante emotionale Event sollte jedoch zwei weitere unerwartete Folgen haben: 

1. Admiral Rozhestvenski wurde überraschend schwer krank und bettlägerig.                
2. Als man dem Stabschef des Admirals mitteilte, dass er nun das Kommando trug erlitt er eine Gehirnblutung, viel in ein Koma und war von da an halbseitig gelähmt und ebenfalls bettlägerig.
               
Ohne Kommandanten blieb das zweite Pazifik-Geschwader vor Madagaskar liegen. Das freute die Besatzungen ungemein, konnten sie doch nun die „Gastfreundschaft“ der Insel ganz genau kennen lernen. Was folgte war eine regelrechte Pandemie an Geschlechtskrankheiten. Von Syphilis bis Gonorrhö, nichts wurde ausgelassen. Übrigens ist eine Folge von unbehandelter Gonorrhö geistige Umnachtung. So gab es alsbald auf so gut wie jedem Schiff eine Reihe von Matrosen, die wild schreiend umher rannten oder apathisch auf dem Deck saßen oder wie Furien auf ihre Offiziere losgingen. Andernorts kam es zu religiösen Aufständen, ethnischen Säuberungen und (immerhin sind es ja russische Schiffe) Revolutionen. Ein Matrose der Orjol drehte so ab, dass er sich Nackt auszog und von Schiff zu Schiff wanderte um die Besatzung zu fragen ob sie den Tod fürchteten.

Wenn ihr euch jetzt fragt: „Wo zum Teufel waren denn die ganzen anderen Offiziere?“, dann sei euch nur so viel gesagt: Einer kaufte bei einem Händler 2.000 Zigaretten nur um später zu bemerken, dass diese mit Opium versetzt waren. Von da an hatte ein Großteil des Offizierskorps was Besseres zu tun, als sich mit den Problemen der Flotte zu beschäftigen.

Als sich der Admiral wieder genug erholt hatte um seine Flotte wieder zu führen, begann er erst mal damit die schlimmsten Fälle von Wahnsinn, Inkompetenz und Kommunismus auszusortieren und mit einem Postschiff gen Russland zu schicken. Am meisten besorgte ihn jedoch der Mangel an Munition. Nach den Eskapaden der Flotte und den...“Gefechten“ gegen imaginäre Torpedoboote, war diese inzwischen wirklich knapp geworden. Mehrfach sandte Rozhestvenski daher Telegramme in die Heimat.
Für einen kurzen Augenblick sah es so aus, als hätte sich das Problem gelöst. Der russische Frachter „Irtysh“ kam nach Madagaskar. An Bord hatte er...tausende Pelzmäntel und pelzgefütterte Filzstiefel, die für die Besatzungen gedacht waren...warum auch immer...
Damit endlich mal wieder etwas Zucht und Ordnung in den Laden kam, befahl Rozhestvenski trotz Munitionsknappheit Schieß- und Manövertraining. Na? Was glaubt ihr gut das wohl funktionierte?

Keiner der Zerstörer landete einen Treffer auf einem stationären Ziel. Von den Schlachtschiffen landete nur Rozhestvenskis Flaggschiff einen Treffer...auf dem Schiff, dass das Ziel schleppte. Ein Zerstörer-Geschwader erhielt den Befehl in Formation nebeneinander zu fahren...und löste sich prompt auf, da die kommandierenden Offiziere die neuen Code-Bücher noch nicht erhalten hatten. Als die Zerstörer dann ihre Torpedos abfeuerten blieb einer stecken, drei rasten gänzlich woanders hin als aufs eigentliche Ziel, zwei tuckerten gemächlich am Ziel vorbei und einer fing an wilde Kreise zu ziehen, was die Flotte in eine Panik versetzte und für noch mehr Verwirrung sorgte.  
Zu allem Überfluss signalisierte Kamchatka plötzlich, dass sie sinken würde (sehr zur Freude des gesamten Geschwaders). Wenig überraschend, stellte sich dies als falscher Alarm heraus. Chef-Ingenieur Nakimov musste lediglich eine geplatzte Rohrleitung im Maschinenraum flicken.

Resigniert versuchte Rozhestvenski seine Abdankung an den Zar zu übermitteln. Dieser lehnte jedoch eiskalt ab. So machte man sich auf den Weg gen Indo-China (Vietnam).        
Die Moral der Besatzungen stieg  (kurzzeitig) an, als man auf den Frachter „Gorchakoff“ stieß. Die Matrosen hofften auf Post aus der Heimat. Tatsächlich aber hatte der Frachter die Post aus Madagaskar noch an Bord. Das Schiff hatte sich auf dem Weg zum Suez-Kanal einfach nur hoffnungslos verfahren.             
Vor Indo-China schaffte es das dritte Pazifik-Geschwader tatsächlich Rozhestvenskis Geschwader am 11. Mai 1905 einzuholen. Als großer Verband wollte man nun das Chinesische Meer hinauf fahren und sich in Vladivostok mit den Resten des 1. Pazifik-Geschwaders treffen. Die Hoffnung war, mit Überzahl die Japaner zu stellen und zu Vernichten.               
Dabei ging es nicht mehr darum den Krieg zu gewinnen, sondern um ein wenig Spielraum am eventuellen Verhandlungstisch zu erkämpfen...      

Doch es sollte nicht sein. Admiral Togo hatte natürlich mitbekommen was da auf ihn zukam. Er wusste auch welche Route das zweite Pazifik-Geschwader nehmen würde.

So schipperte Rozhestvenskis Kampfverband direkt in eine Falle, welche als Seeschlacht von Tsushima in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Die Männer der Emden – Gestrandet am falschen Ende der Welt

Einleitung

Wart ihr schon mal so gut in etwas, dass euer Name in 4 Sprachen zu einem Synonym wurde?

Nö? Ja, dachte ich mir. Dann seit ihr also nicht so cool wie Seiner Majestät Schiff EMDEN. (Was jetzt auch nicht soooo die Challenge ist. Ihr müsstet schon echt ziemlich gottverdammt cool sein um da ran zu kommen.)

Ich mache übrigens keine Witze:            
In der indischen Sprache Sinhala bedeutet Amdan (ausgesprochen „Emden“) so viel wie „jemand der zäh und clever ist“. In der indischen Sprache Tamil bedeutet das Wort Emtan (ebenfalls ausgesprochen „Emden“) so etwas wie „cleveres Kerlchen“ oder „schlauer Fuchs“. In der indischen Sprache Malayalam (ja Indien hat verdammt viele Sprachen) bedeutet Emadan (ebenfalls ausgesprochen „Emden“) „großes mächtiges Ding“ und in der singhalesischen Sprache (nicht Indien, aber Sri Lanka) bedeutet Amden (ebenfalls ausgesprochen „Emden“) „kleiner frecher Unruhestifter“.

Was können wir nun daraus schließen? Die SMS Emden muss ziemlich hart gerockt haben?
Jep!

Teil 1

Krasse kleine Kreuzer

Wenn ihr jetzt denkt: „Boah, muss ja ne fette Jolle gewesen sein“, dann irrt ihr euch.                
Voll beladen bringen es die beiden kleinen Kreuzer der Dresden-Klasse (SMS Dresden und SMS Emden) grade mal auf +/- 4.200 Tonnen Gewicht (oder 1/10 einer leeren KMS Bismarck) bei 118m Länge. Sind sie dafür denn wenigstens schnell? Naja jein. Mit guter Kohle, Rückenwind und gutem Seegang schaffen die Schiffe knapp 23,5 Knoten (etwa 43-44 km/h). Dann sind sie also echt gut bewaffnet? Hahahahahah...nein. Die Hauptbewaffnung der Dresden-Klasse besteht aus zehn 10,5 cm Kanonen mit je 150 Schuss sowie acht 5,2 cm Kanönchen zum Torpedoboote erschrecken. Hinzu kommen noch zwei Torpedorohre...das wars. Vergleichbare Schiffe der anderen Nationen sind mindestens mit 12,8 cm Hauptgeschützen oder zum Teil sogar mit 15 cm Kanonen bewaffnet.      
Panzerung? Neben dem unzerstörbaren Patriotismus der Crew besteht der Panzerschutz aus einer Deckpanzerung von 8 cm und massiven 5 cm an den Kanonenblenden...das war‘s. Allerdings ist starke Bewaffnung, hohe Geschwindigkeit und Panzerung auch kein Problem, wenn man bedenkt, was die Dresden-Klasse denn eigentlich machen soll. Frachter ficken!               
Im Kriegsfall sollen die „kleinen Kreuzer“ dicke, langsame und unbewaffnete Frachter jagen und wenn möglich kapern. Im Idealfall fahren die nämlich alleine und ohne Eskorte rum und können gebummst werden, bevor sie um Hilfe rufen können. Solange Frieden herrscht tuckern die Kreuzer allerdings von einer Kolonie zur nächsten um die Kolonialbevölkerung daran zu erinnern wer die dickeren Kanonen hat. Oder sie tuckern in die Häfen von kleineren (=schwächeren) Nationen zum selben Zweck. Das nennt man dann passenderweise „Kanonenboot-Diplomatie“ und wird von allen großen Seemächten gerne betrieben, vor allem dann wenn der kleine Mbongo-Katumbu mal wieder der Meinung ist, er hätte irgendwelche Rechte.     
Vor Kriegsbeginn tuckert die SMS Dresden durch den Südatlantik und die SMS Emden operiert von Tsingtao in China aus im Pazifik und im indischen Ozean. Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht. Ist die Emden alleine in Tsingtao. Man verschwendet allerdings keine Zeit, läuft direkt aus und kapert einen russischen Frachter. Der wird prompt als „Hilfskreuzer Kormoran“ wieder in Dienst gestellt. Nominal gehört die SMS Emden zu Admiral von Spee’s Kreuzer-Geschwader. Kapitän von Müller betreibt jedoch Lobbyarbeit beim Admiral, damit sein Schiff das tun kann wozu es gebaut wurde. Das gelingt auch, denn die Emden ist das schnellste Schiff im Geschwader. Von Spee hofft, dass der kleine Kreuzer genug Unruhe stiften kann um vom restlichen Geschwader abzulenken, dass durch den Pazifik nach Süd-Amerika durchbrechen will.               
Also beginnt der kleine Kreuzer eine Kaperfahrt, die ihm nicht nur in der Heimat gewaltigen Respekt einbringen wird.

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Teil 2:  
Yo ho, Pirates are free!

Bei schönstem Sommerwetter dampfte unser kleiner stählerner Held also nun durch den Pazifik. Kapitän von Müller hatte einen recht dreisten Plan:         

Er will an Indien vorbei bis in den Golf von Aden durchbrechen um dort all jene Schiffe aufzumischen, die durch den Suez-Kanal kommen oder fahren wollen. Dafür muss er sich aber erst mal durch Ozeanien und an Borneo, Java und Sumatra vorbei schleichen. Unterwegs kann man ja dann alles was so vor Indien schwimmt auch gleich noch weg klatschen aber man muss aufpassen, dass man nicht zu wild auf alles ballert. In der Region fahren ja auch jede Menge Schiffe neutraler Nationen rum. An diesem Plan gibt es nur ein (gewaltiges Problem): die Royal Navy. Die haben in den Gewässern die absolut unangefochtene Oberhand. Außerdem ist Indien eine der wichtigsten Kronkolonien und das Mutterland ist von den Warenlieferungen abhängig. Außerdem ist Japan mit Großbritannien verbündet und hat selbst eine recht große Marine in der Region. Dann gibt es natürlich noch die Marine der Commonwealth-Nationen Australien und Neuseeland und die von Frankreich und (hahahaha) Russland.         

Kurz gesagt: Mehr in Unterzahl sein als die SMS Emden es im Indischen Ozean ist, geht de facto nicht.

Trotzdem machte man sich auf die Reise.

Am 29. August durchfuhr die Emden die Lombok-Straße, bog scharf gen Nord-Nord-West ab und flanierte an der Insel Java vorbei. Dort schnappten die Funk-Offiziere an Bord eine Nachricht des britischen Kreuzers HMS Hampshire auf. Daraus erfuhr man zwei wichtige Dinge:            

1. Die HMS Hampshire (ausgesprochen Hämp-schei-er) war in der nähe             ! Das war eher Unschön. Immerhin war der britische Kreuzer bei mehr als doppelter Verdrängung und wesentlich stärkerer Bewaffnung fast genau so schnell wie die SMS Emden.     

2. Die Briten hatten tatsächlich keine Ahnung, dass die SMS Emden in der Region unterwegs war und vermuteten sie in Admiral Graf Spee‘s Verband. Der war allerdings grade in genau die andere Richtung unterwegs.        

Derart gewarnt, ließ Kapitän von Müller einfach einen vierten (fake) Schornstein aufs Schiff schrauben. Damit wirkte die Emden auf Distanz (so hoffte man zumindest) wie ein russischer oder englischer leichter Kreuzer.      
So tuckerte die meisterhaft getarnte Emden nun an Sumatra vorbei in den Golf von Bengalen. Hier war reiche Beute zu finden(yarr harr)! Tatsächlich dauerte es aber bis zum 10. September bis man was vor die Flinte bekam. Der griechische Frachter SS Pontoporos war das erste Opfer. Das Schiff wurde nach einem Warnschuss gestoppt und durchsucht. An Bord war jede Menge britisches Equipment. Das wurde prompt über Bord geworfen. Da Kapitän von Müller allerdings ein absoluter Ehrenbrudi war und man mit Griechenland an sich keinen Beef hatte, entschied man sich einfach dazu die Besatzung weiterhin zu bezahlen und die Pontoporos als schwimmende Schatzkiste zu benutzen. Mit dem Frachter im Tau wirkte die Emden noch offizieller und binnen weniger Tage gingen ihr 5 weitere Schiffe ins Netz. Zwei davon, die Indus und Lovat entpuppten sich als Truppentransporter mit indischen Soldaten an Bord. Die Inder waren nicht unbedingt heiß darauf sich in Europa für das Empire die Hirnmasse wegpusten zu lassen und so kam man mit Kapitän von Müller schnell zu einer Übereinkunft. Die Besatzungen und sämtlicher Proviant wurde von den Schiffen geholt, auf den gekaperten Frachter Kabinga überführt (minus Kohle und diversem anderen coolen Loot). Kapitän von Müller ließ wieder den Ehrenbrudi raushängen und entließ die Kabinga einfach. Das Schiff tuckerte daraufhin gemächlich zurück nach Indien (wobei man sich „verfuhr“ um etwas Zeit zu schinden).
An der Mündung des Ganges (heute Bangladesch) brachte man einen norwegischen Frachter auf. Da Norwegen allerdings neutral war, wurde das Schiff nach damals geltendem Prisen-Recht durchsucht. Hätte sich etwas kriegswichtiges an Bord befunden (etwa Material für Waffen etc.) hätte man den Frachter versenken dürfen. Dies war jedoch nicht der Fall. So ließ man den Frachter unbehelligt ziehen. Die Norweger informierten von Müller ihrerseits darüber, dass britische Kriegsschiffe in der Region unterwegs waren. Derart vorgewarnt drehte von Müller wieder gen Indien ab um dort die stark befahrenen Schifffahrtsrouten abzufarmen. Auf dem Weg Richtung Indien brachte man dann einen italienischen Frachter auf. Der wurde nach einer Durchsuchung ebenfalls wieder freigegeben. Im Gegensatz zu den anderen Schiffen, informierte der Frachterkapitän jedoch prompt die britischen Behörden.
Vize-Admiral Martyn Jerram, seines Zeichens Kommandant der Entente-Schiffe in der Region, reagierte postwendend. Zum einen Befahl er einen totalen Blackout aller Hafenstädte und Leuchttürme. Zum anderen befahl er einen sofortigen Schifffahrts-Stopp in der gesamten Region. Außerdem setzte er die Kreuzer HMS Hampshire, HMS Yarmouth und den japanischen leichten Kreuzer Chikuma auf die Emden an. Den Briten war bewusst, dass die Emden nicht lange ohne Kohle-Nachschub agieren konnte. Aus diesem Grund bekamen die Panzerkreuzer Minotaur und Ibuki den Befehl nach möglichen Orten  zu suchen, wo ein Kohle-Tender auf den kleinen Kreuzer warten konnte (Archipele, Lagunen, Frauen-Handtaschen, Sockenschubladen etc...).         
Von Müller hatte jedoch andere Pläne. Er wollte den Britten zeigen wo der Reichsadler den Schnabel hatte! Dafür musste man sich ein Ziel aussuchen, dass den Britten finanziell als auch was das Prestige angeht schaden würde. Dieses Ziel fand man in Form des Hafens von Madras. Dort hatte die „Burma Oil Company“ gewaltige Öl-Tanks direkt am Hafenbecken gebaut. So ein prächtiges Ziel konnte man sich nicht entgehen lassen.
Als die Emden am Abend des 22. Septembers in den Hafen einfuhr war dieser nicht nur nicht im Blackout (wie eigentlich befohlen), es kam auch niemand um die Emden an der Einfahrt zu hindern (wie es im Kriegsfall eigentlich die Norm gewesen wäre). So fuhr die Emden auf knapp 3km an die Öl-Tanks heran, beleuchtete den gesamten Hafen mit ihren Suchscheinwerfern und feuerte eine ganze Weile glücklich vor sich hin. Zwei der gewaltigen Öltanks gingen in Flammen auf, drei weitere wurden beschädigt. Auf dem Rückweg aus dem Hafenbecken feuerte man auch noch auf einen vor Anker liegenden Frachter.         
Danach verschwand der krasse kleine Kreuzer wieder in der Nacht.     
Wie ihr euch sicher denken könnt, waren die Britten „not amused“. Der Schifffahrts-Stopp wurde verschärft. In dem einen Monat, in dem die Emden im Golf von Bengalen operierte war der Warenexportwert um über 60% gefallen.
In dem Wissen, dass die Britten nun den gesamten Golf nach ihm absuchen würden, gab von Müller nun Vollgas gen Süden, umrundete Sri Lanka und machte sich auf in die Malediven. Unterwegs versenkte er noch die Frachter Tywerse und King Lund. Außerdem kaperte er den Kohlefrachter Buresk. Damit waren auch erst mal die Treibstoffsorgen des kleinen Kreuzers gelöst. Noch am selben Tag traf die Emden auf die Frachter Ryberia und Foyle, welche schnurstracks zu neuen Korallenriffen deklariert wurden. Am 29. September erreichte die SMS Emden die Malediven. Hier nahm man sich einen Tag Zeit um Kohle von der Buresk zu verladen. Von dort aus ging es auf die Schifffahrtsrouten Aden-Australien und Kalkutta-Mauritius. Da jedoch fette Beute ausblieb reiste man weiter zum kleinen Atoll Diego Garcia. Dort wurde dem Kreuzer ein überraschend herzlicher Empfang bereitet. Die britische Garnison war bisher noch nicht über den Kriegsausbruch informiert worden. Von Müller war natürlich clever genug, seinen Feind nicht auf deren Fehler hinzuweisen. So hatte man bis zum 10. Oktober einen sicheren Hafen. Die Zeit wurde genutzt um diverse Maschinen aufzuarbeiten und Kühlwasser-Fouling zu entfernen. Anschließend machte man sich wieder auf den Weg und dampfte Nordwerts zurück Richtung Sri Lanka. Auf dem Weg dahin fing man erneut ein Signal der HMS Hampshire ab. Der feindliche Kreuzer war der Emden auf den Fersen und hatte grade erst den deutschen Collier SMS Markomannia gekapert.      
Damit hatte die Emden einen Kohlelieferanten verloren. Doch das ganze erwies sich auch als Glücksfall. Wäre die Hampshire ihrem eigentlich geplanten Kurs gefolgt, hätte sie die Emden vor Anker in Diego Garcia vermutlich kalt erwischt und hart zerfleddert. So entkam unser kleiner stählerner Held erneut dem Feind um Haaresbreite und von Müller konnte seine staatlich lizensierte Piraterie (yo ho) munter fortsetzen. Am 15. Oktober kaperte man den Frachter Benmore vor der Insel Minikoi und versenkte sie einen Tag später. Innerhalb der nächsten fünf Tage schnappte die Emden die Frachter Troiens, Exfort, Graycefale, Sankt Eckbert und Chilkana. Wie bereits im Golf von Bengalen, wurde ein Schiff als Collier genutzt, eins mit den Besatzungen der gekaperten Schiffe beladen und der Rest versenkt.    
Am 20. Oktober entschied man sich dazu, neue Gefilde aufzusuchen, da nun immer öfter Funksignale von Kriegsschiffen aufgeschnappt wurden.             
Kapitän von Müller hatte nun ein neues Ziel ins Auge gefasst: Die Kronkolonie Malaya (heute Malaysia). An deren Südende lag Singapur, schon damals ein Handelsdrehkreuz. Außerdem produzierte Malaya zu dieser Zeit ca. 60% des Zinn-Bedarfs des Commonwealths sowie diverse andere wichtige Rohstoffe wie Zucker, Tee und Gummi.
Von Müller wusste auch, dass die meisten Schiffe, die von oder nach Singapur fuhren, durch die Seestraße von Malacca (zwischen Malaysia und Sumatra) kommen mussten. Natürlich war die Seestraße gut gesichert. Am Nordende der Seestraße lag der Hafen von Penang. Hier bildete die Penang-Insel mit dem Festland einen natürlichen Hafen. Der diente neben diversen Frachtern auch einigen Kriegsschiffen als Stützpunkt.                
Hier einzudringen war töricht, selbstmörderisch und absolut verrückt...

...also griff Kapitän von Müller den Hafen von Penang an!

Gegen 04:30 Uhr fuhr die Emden am 27. Oktober in den Hafen ein. Mit dem falschen vierten Schornstein und ohne gehisste Seekriegsflagge ging das auch problemlos von statten. Im Hafen lag neben diversen Frachtern auch der russische Kreuzer Zhemchug (ein Veteran des zweiten Pazifikgeschwaders und überlebender der Seeschlacht von Tshushima), der alte französische Kreuzer D’Iberville, zwei französische Zerstörer und auch die SS Pontoporos. Die war der HMS Hampshire ins Netz gegangen und dort erst mal interniert worden.            
Die Zhemchug wurde von Müllers erstes Ziel (vorher wurde aber erst mal die Reichskriegsflagge gehisst!). Auf weniger als 300 Meter Distanz feuerte die Emden erst einen Torpedo auf den Kreuzer ab und eröffnete dann das Feuer aus allen Rohren. In diesem Äquivalent einer nautischen Messerstecherei wurde der russische Kreuzer natürlich kalt erwischt. Hinzu kamen noch zwei weitere wichtige Faktoren.  
1. Die Zhemchug lag im Hafen, weil einer ihrer Boiler ausgefallen war, sodass sie nicht hätte ausweichen können und ein Großteil der Besatzung war auf Landgang.        
2. Der Kapitän der Zhemchug war am Abend von Bord gegangen um seine Geliebte zu besuchen, hatte die Magazine abgeschlossen und den Schlüssel mitgenommen. So hatte jedes Geschütz lediglich 6 Schuss zur Verfügung. Kapitän Baron Charkassov musste von seinem Hotelzimmer aus zusehen, wie die Emden eine Kehrtwende vollzog und einen weiteren Torpedo auf den russischen Kreuzer abfeuerte. Wenige Sekunden später gab es einen gewaltige Explosion. Der Torpedo hatte das vordere Magazin des Kreuzers getroffen. Als sich der Rauch der gelegt hatte war die Zhemchug bereits versunken und mit ihr 88 von 250 Besatzungsmitgliedern. Weitere 121 wurden verwundet. (Baron Charkassov wurde später wegen grober Pflichtverletzung von einem Militärgericht zu 3 ½ Jahren Haft verurteilt und zum Matrosen degradiert).      
Doch warum hatte die Emden gewendet?        
Ein Ausguck hatte ein Schiff gesichtet, dass hinter der Emden in den Hafen einlief. Dabei handelte es sich um den britischen Frachter Glen Turret, der grade stoppte um einen Lotsen an Bord zu nehmen. Von Müller ließ Boote zu Wasser um den Frachter zu kapern.       
Es kam jedoch anders. 
Hinter dem Frachter sichtete man wenig später den französischen Zerstörer Mousquet. Von Müller wusste, dass die anderen Schiffe im Hafen niemals rechtzeitig unter Dampf kommen würden (so etwas dauerte schon mal einen ganzen Tag, je nach Größe des Boilers) um ihn zu verfolgen. Die Mousquet war aber bereits unterwegs und vor allem schneller. Während die Emden also eine schöne Kehrtwende um zwei vor Anker liegende Frachter machte, ihre Boote wieder aufsammelte und die französischen Schiffe nicht mal annähernd auf unter 500 Meter ihr Ziel trafen. Feuerte man nun aus allen Rohren auf die einlaufende Mousquet. Die war natürlich ähnlich vom Angriff überrascht. Leutnant Théroinne, der Kommandant des Zerstörers wurde tödlich verwundet, als eine 10,5 cm Granate die Brücke des Schiffes in der Umgebung verteilte. Mehrere weitere Salven durchsiebten den kleinen Zerstörer und nach einer kurzen Verfolgung aufs offene Meer kenterte die Mousquet. Wiedermal bewies Kapitän von Müller, dass er das Prädikat Ehrenbrudi verdient hatte. Trotz des präziser werdenden Feindbeschusses ließ er die Emden stoppen und nahm 36 Überlebende des Zerstörers auf.                        
Viele der Überlebenden des Zerstörers waren mehr oder minder schwer verwundet. Zwei starben noch an Bord. Von Müller ließ beide unter vollem militärischem Ehren auf See bestatten. Der Angriff auf Penang hatte (inklusive Anfahrt und Ausfahrt) kaum 5h gedauert. Drei Tage später sichtete und stoppte die Emden den britischen Frachter Newburn. Statt aber den Frachter zu kapern oder zu versenken, übergab man dem Schiff die französischen Gefangenen mit der Bitte, sie im neutralen (zu den Niederlanden gehörenden) Sabang auf Sumatra zu internieren. Vorher hatten die Franzosen jeder unterschrieben, dass sie an keinen weiteren Kriegshandlungen teilnehmen würden. 

Kapitän von Müller entschied sich nun dazu, gen Süden zu fahren um sich mit dem gekaperten Collier Buresk bei den Cocos-Inseln zu treffen...

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Teil 3: Die letzte Schlacht

Das Cocos-Archipel war aus zwei Gründen ein lohnendes Ziel. Zum einen lag es relativ fernab von dem Gebiet, in dem die Briten den Kreuzer suchten. Zum anderen gab es hier eine britische Kohle-Station und eine Funkstation. Beide Ziele waren kaum gesichert und konnten leicht kaputt gemacht werden und mehr Kohle ging immer.        
Um 6 Uhr am 9. November traf die Emden vor Direction Island ein. Die Ankunft blieb der Besatzung der Funkstation jedoch nicht verborgen. Ursprünglich glaubte man, den britschen Kreuzer Minotaur vor sich zu haben, bis einem der Männer auffiel, dass der vorderste der vier Schornsteine scheinbar eine Attrappe war. So begann man sofort damit den Funkspruch „nicht identifiziertes Schiff im Einfahrtsweg“ in Dauerschleife zu senden.
An Bord der Emden entsandte man einen Landungstrupp unter Kapitänleutnant von Mücke um die Funkstation einzunehmen. Mit von Mücke gingen 2 weitere Offiziere, 3 Unteroffiziere und 38 Matrosen von Bord. Sie waren dabei bis an die Zähne bewaffnet. Man nahm 4 Maschinengewehre, 30 Karabiner und 24 Pistolen mit (das würde sich viiiiiiel später noch als sehr weise Entscheidung herausstellen). Die Funkstation ergab sich ohne Widerstand. Als man an Bord der Emden routinemäßig den Funkverkehr überprüfte, fing man sofort an das Signal zu stören, doch da war der Schaden schon angerichtet. Von Mücke’s Landungstrupp war in der Zwischenzeit dabei die Funkanlage und die Untersee-Kabel zu zerhacken. Als man den Funkmast fällen wollte, wurde man höflich darum gebeten, ihn so zu fällen, dass er nicht auf den nahegelegenen Tennis-Platz fallen würde...dem kam man nach und prompt landete der gefällte Mast auf einigen Kisten Whisky (sehr zur Trauer aller beteiligten).         
Weniger als 50 Seemeilen entfernt schnappte man das Signal der Funkstation an Bord der HMAS Sidney auf. Es war purer Zufall, denn die Sidney eskortierte grade einen Konvoi aus Truppentransporten gen Europa. Vermutlich hätte man gar nicht auf das Signal reagiert...wäre es dann nicht plötzlich abgebrochen.           
Kapitän John Glossop erhielt daraufhin über Funk die Erlaubnis, den Kurs zu wechseln um der Sache auf den Grund zu gehen.                
Diese Funkmeldung wurde wiederum von der Emden aufgeschnappt und so machte man sich bereit für den Kampf. Von Müller wusste mit wem er sich anlegte. Die Sidney war ein leichter Kreuzer der Town-Klasse. Sie verdrängte etwa 1.000 Tonnen mehr als die Emden, war marginal schneller, wesentlich besser gepanzert und mit acht 152 mm Geschützen um einiges besser bewaffnet.  Von Müllers einzige Chance bestand darin, als erster das Feuer zu eröffnen und mit den ersten Salven so viel Schaden wie möglich anzurichten.            
Gegen 09:00 Uhr sichtete der Ausguck an Bord der Emden Rauch. Binnen weniger Minuten erkannte man das unbekannte Schiff als Kriegsschiff und sandte ein Signal an den Landungstrupp, Gas zu geben.
Trotz maximaler Anstrengungen des Landungstrupps, musste die Emden um 09:30 den Anker lichten und auslaufen. Von Mücke und seinen Kameraden blieb nichts weiter übrig als das kommende Gefecht von Land aus zu beobachten.     
Um 09:40 eröffnete die Emden das Feuer. Zu diesem Zeitpunkt trennte die beiden Schiffe noch knapp 10km. Kapitän Glossop war der Meinung gewesen, erst ab 8 km das Feuer eröffnen zu müssen. Das äußerst präzise Feuer der Emden war ein schockierender Weckruf. Bereits mit der vierten Salve landete der krasse kleine Kreuzer die ersten Treffer auf der Sidney. Der hintere Entfernungsmesser  und die dazugehörige Kontrollstation wurden von zwei Granaten zerstört. Der fordere Entfernungsmesser bekam ebenfalls einen Volltreffer ab, allerdings ohne, dass die Granate explodierte. Kapitän von Müllers exzellente Führung fing an Früchte zu tragen. In den nächsten 10 Minuten feuerte die Emden pausenlos aus allen Rohren. Dabei brachten es die Geschützmannschaften zum Teil auf eine Feuerrate von 12 Schuss pro Minute! Allerdings zeigte sich auch, dass 10,5cm-Kanonen selbst auf weniger als 10km ineffektiv waren. Der Hohe Winkel der Kanonen und die relativ schmale Silhouette, welche  die Sidney der Emden präsentierte sorgten dafür, dass lediglich 15  Treffer erzielt wurden. Von diesen 15 Granaten krepierten jedoch 10 ohne zu explodieren. Eine der Granaten der Emden zerstörte eines der 15cm Geschütze. Eine weitere schlug in die vordere Messe ein und tötete vier Besatzungsmitglieder, 16 weitere wurden verwundet.) Jetzt war die Sidney an der Reihe. Trotz der zerstörten Entfernungsmesser, traf bereits die dritte Salve die Emden in die Funk-Bude. Ein weiterer Treffer legte das Steuer-Getriebe lahm. Immer mehr Granaten fanden nun ihr Ziel. Bald schon waren die Entfernungsmesser der Emden zerschossen, genauso wie fast alle ihrer Geschütze. Einer der Schornsteine wurde weggerissen und im Maschinenraum brachen Feuer aus. Splitter der Granaten zerrissen die Sprachrohre, die durch das innere des Schiffes führten und durchsiebten die ungepanzerten Innereien des kleinen Kreuzers. Es war ein Blutbad für die Besatzung. Eine Granate brach den vorderen Mast der Emden, welcher daraufhin vornüber fiel und die Brücke zertrümmerte. Eine weitere Granate landete im hinteren Munitionsbunker. Nur das schnelle Fluten des Abteils verhinderte eine katastrophale Munitionsexplosion. Gegen 10:20 Uhr waren die Schiffe auf 5km aneinander heran gekommen. Sidney vollzog eine Wende und feuerte einen Torpedo ab, der jedoch irgendwie nicht wollte und einfach unter ging. An Bord der Emden waren inzwischen mehr als die Hälfte der Besatzungsmitglieder tot oder verwundet. Um 11:00 Uhr feuerte nur noch ein einziges Geschütz der Emden weiterhin auf die Sidney. Als auch der dritte Schornstein abriss und über Bord ging war allen an Bord klar, dass es kein Entkommen mehr geben würde. Zu diesem Zeitpunkt war die Emden bereits kampfuntauglich. Kapitän von Müller befahl daraufhin um 11:20 Uhr das Schiff vor North Keeling Island auf Grund zu setzen, in der Hoffnung so den Rest seiner Mannschaft zu retten.              
Kapitän Glossop ließ die Sidney daraufhin abdrehen. Am Horizont war die Buresk gesichtet worden. Als die Sidney den Collier gegen 12 Uhr erreichte, hatte dieser sich bereits selbst versenkt. Man nahm die Besatzung an Bord und fuhr zurück Richtung Emden. Als man dort gegen 16:00 Uhr eintraf wehte noch immer die Reichskriegsflagge am Mast. Dies galt zur damaligen Zeit als allgemeines „come at me bro“-Zeichen. Aber auch Glossop war ein Ehrenbrudi. Mehrfach sandte er via Funk als auch via internationalem Flaggen-Code die Frage „Ergebt ihr euch?“ allerdings waren an Bord die meisten Codebücher inzwischen den Flammen zum Opfer gefallen und die wenigen Signaloffiziere die noch einsatzfähig waren, hatten keine Möglichkeit mehr zu antworten und so eröffnete die Sidney wieder das Feuer. Zwanzig weitere Besatzungsmitglieder vielen diesen Salven zum Opfer. Daraufhin holte man an Bord der Emden die Reichskriegsflagge ein und hisste eine weiße Fahne. Wegen der schlechten Lichtverhältnisse und der Strömung rund um die Sandbänke konnten die Überlebenden der Emden aber erst im Laufe des folgenden Tages gerettet werden. Man hatte allerdings ein Boot mit medizinischen Vorräten entsandt, damit die Schwerstverwundeten versorgt werden konnten. Das Gefecht hatte 130 Besatzungsmitglieder das Leben gekostet. Weitere 69 waren verwundet worden...

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Teil 4:

Schiff weg und nun?

Wie bereits erwähnt musste der Landungstrupp der Emden die Zerstörung des Schiffes hilflos mit ansehen. Jetzt war guter Rat teuer. Sollte man einfach aufgeben? Sollte man Widerstand leisten? Was sollte man tun?               
Die Lösung fand sich in Form des Segelschiffes Ayesha. Das lag vor Direction Island vor Anker und war mehr oder weniger damit beschäftigt langsam auseinander zu fallen oder (je nach Laune) zu sinken. Einst war die Ayesha als Frachter genutzt worden um Kokosnüsse von Direction Island nach Batavia zu transportieren. Seitdem es aber eine Dampfschiff-Route gab, wurde sie eigentlich nicht mehr wirklich gebraucht und war der Funkstation als Notfall-Transportschiff zugeteilt worden. Kurzerhand kaperte man den dezent maroden Schoner, lud die Hälfte der vorhanden Vorräte der Funkstation an Bord und machte sich am Abend des 10. Novembers auf und davon.      
Von Mücke plante, den Schoner bis nach Padang auf Sumatra zu segeln. Sumatra war damals niederländisches Hoheitsgebiet. Dort konnte man sich internieren lassen und war zumindest vor der Kriegsgefangenschaft sicher. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als leicht. Wie schon erwähnt war die Ayesha in keinem guten Zustand. Die Bilgen-Pumpen funktionierten nicht richtig und dies in Kombination mit undichten Seeventilen sorgte dafür, dass die Ayesha konstant am Sinken war. Das viele Wasser hatte dafür gesorgt, dass der gesamte Rumpf faulte. So schlimm war der Zustand, dass man nicht alle Segel setzen konnte, aus Angst damit den Hauptmast aus dem Rumpf zu reißen. Da hörten die Probleme aber nicht auf. Von den 4 Frischwassertanks waren drei derart stark verschmutzt, das man sie nicht mehr sauber bekam und das Wasser darin war ungenießbar. Außerdem war das 30m lange Schiff mit 50 Mann, den Waffen des Landungstrupps und den Vorräten vollkommen überladen und extrem beengt. Hinzu kam eine Flaute. Über zwei Wochen segelte von Mücke trotz dieser Umstände durch den Pazifik bis er am 27. November in Padang eintraf. Aufgrund der geltenden Neutralitätsbestimmungen musste er den Hafen jedoch nach 24h wieder verlassen. Hier erfuhr von Mücke, dass das osmanische Reich inzwischen an Deutscher Seite in den Krieg eingetreten war.            
Zu seinem Glück kam es zu einem Treffen mit den deutschen Konsul. Der steckte von Mücke unbemerkt einen Zettel zu. Darauf waren Koordinaten für einen Treffpunkt auf Hoher See zu finden. Am 14. Dezember traf man vor Sumatra endlich auf den deutschen Frachter Choisin.    
Am 16. Dezember wurde die Ayesha vor Sumatra selbstversenkt bis dahin hatte die Besatzung mit ihr eine Strecke von 1709 Seemeilen zurückgelegt. Damit war die Reise aber noch nicht beendet. Die Choisin brachte von Mückes Gruppe nur bis nach Hodeida im Yemen. Weiter konnte man nicht fahren ohne Gefahr zu laufen von Entente-Schiffen gesichtet zu werden. Als man am 9. Januar in Hodeida ankam, wurde man vom örtlichen osmanischen Stadtgouverneur freundlich empfangen. Man versprach schon bald einen Transport zu organisieren, wollte aber auch Hilfe im Kampf gegen die arabischen Stämme, die unter Laurence von Arabien das Gebiet unsicher machten. Von Mücke lehnte dies jedoch kategorisch ab. Er wollte seine Männer wieder nach Hause bringen und sie nicht als Kanonenfutter benutzen. Als nach mehreren Tagen klar wurde, dass der Stadthalter nicht vor hatte Hilfe zu leisten, machten sich die Männer der Emden zu Fuß auf in die nächst größere Stadt Sana’a. Als man dort am 14. Februar ankam wiederholte sich das Schauspiel. Wieder wurden Versprechungen gemacht und man wurde gut umsorgt. Dieses Mal waren aber zum „Schutz“ Wachen vor den deutschen Unterkünften positioniert worden.               
Von Mücke roch den Braten und so schlichen sich die Männer in einer Nacht und Nebel Aktion aus Sana’a hinaus und zurück nach Hodeida. Dort angekommen charterte von Mücke am 14. März zwei kleine Segelschiffe und fuhr die Küste entlang nach Norden ins Rote Meer. Eines der Schiffe ging unter, aber alle Besatzungsmitglieder konnten sich retten.       
 Über Al Qunfudhah ging es weiter nach Al Lith. Hier traf man auf Osmanische Soldaten. Die hatten den selben weg und so zogen von Mückes Männer mit den türkischen Soldaten über  Land durch die Wüste nach Jeddah. Hier zeigte sich, dass 4 MGs und diverse Karabiner durchaus hilfreich waren. In dem Gebiet wimmelte es nur so vor feindlich gesinnten Beduinen-Stämmen. Mehrmals umzingelten die Reiter von Mückes Kolonne. Mehrmals sah es so aus als wäre das Ende nah. Doch immer wieder konnten die Männer der Emden und ihre türkischen Verbündeten sich Frei kämpfen. Im letzten größeren Gefecht wurden von Mücke und seine Kameraden umzingelt und drei Tage in einer notdürftig ausgeschaufelten Stellung eingeschlossen. Drei seiner Männer starben bei diesem Gefecht. Am dritten Tag war das Wasser ausgegangen und die Lebensmittel gingen auch zur Neige. Da erschienen zwei Männer mit großer weißer Flagge zum Parlai. Einer wird stets nur als „Europäer“ beschrieben, der andere war der Abdullah ibn Hussain, der Sohn des Emirs von Mekka und spätere König von Jordanien. Er versprach von Mücke sicheres Geleit bis nach Mekka. Schon auf dem Weg dahin, war von Mücke jedoch bewusst, dass Abdullah die deutschen eher als Gefangene ansah. Als man schließlich in Mekka ankam, gelang es den Männern der Emden erneut zu fliehen. Sie „borgten“ sich ein Schiff im Hafen und segelten das rote Meer weiter Nordwerts. Am Nordrand angekommen, ging es einigten Tage über Land, bis man endlich auf die Hedschas-Bahnlinie traf. So reiste der restliche Landungstrupp über Syrien nach Konstantinopel.            
Am 23. Mai 1915 meldete sich Kapitänleutnant von Mücke bei Admiral Souchon in Konstantinopel mit den Worten „Euer Exellenz, melde gehorsamst, Landungszug SMS Emden in Stärke von 5 Offizieren, 7 Unteroffizieren und 37 Mann zur Stelle!“

Der Landungstrupp der Emden wurde als Helden in der Heimat willkommen geheißen.
Sie sollten die einzigen Mitglieder des Ost-Asien-Geschwaders sein, dass die Heimat vor Kriegsende wieder sehen sollte. Nach den großen Festivitäten wurden die Männer des Landungstrupps auf verschiede Fronten verteilt. Mehr als die Hälfte von ihnen fiel alleine während der Skaggerak-Schlacht.

Von Mücke beendete den ersten Weltkrieg im Rang eines Korvettenkapitäns. Nach dem Krieg würde er lautstarker Pazifist werden. Für seine Schriften und seine „sozialbolschewistischen“ Ansichten landete er unter den Nazis im KZ. Nach dem Krieg wurde er noch lautstarker, war eine Zeitlang im Hamburger Senat vertreten und wurde 1957 erneut wegen seinem Aufruf zur Demilitarisierung der BRD vor Gericht gestellt um ihm seine Pension abzuerkennen. Er Verstarb im Alter von 76 Jahren im Jahre 1957 an Herzversagen.

Kapitän Karl von Müller ging mit den Überlebenden seiner Mannschaft auf Malta in die Kriegsgefangenschaft. Nachdem das deutsche Kaiserreich 1916 den U-Boot-Krieg wieder aufnahm wurde er nach England verlegt. Dort startete er 1917 einen Ausbruchsversuch aus dem Lager, durch das Graben eines Tunnels, wurde jedoch gefasst.       
Wie viele seiner Besatzungsmitglieder hatte er sich Malaria eingefangen. Das feucht/kalte Klima Englands verschlimmerte seinen Zustand und er wurde 1917 in die Niederlande gebracht und als Teil eines Gefangenenaustausches nach Deutschland überführt. Ihm wurde das „Pour le Mérite“ verliehen, die höchste Tapferkeitsmedaille des Kaiserreichs. Er verstarb bereits 1923 an den Langzeitfolgen seiner Malaria-Krankheit. In seinem Geburtsort Hannover trägt bis heute eine Straße seinen Namen.

In ihrer knapp drei Monate dauernden Piraterie-Kampagne hatte die SMS Emden 30.000 Seemeilen (56.000 km) zurückgelegt und Schiffe 70.000 Bruttoregister-Tonnen an Schiffen gekapert oder versenkt.  Kaiser Wilhelm II verlieh dem Schiff das eiserne Kreuz, welches noch heute jedes deutsche Schiff mit dem Namen Emden ziert. Besatzungsmitglieder der ersten Emden erhielten außerdem die Erlaubnis den Ehrennamenszusatz „-Emden“ zu tragen.     Das Wrack der Emden wird in den 1950ern abgewrackt. Zwei ihrer Kanonen sowie Schiffsglocke und einige weitere Relikte sind heute im Australian War Memorial in Canberra im Hyde Park in Sidney zu besichtigen.   
Die ritterliche Art von Kapitän von Müller brachte dem Schiff weltweit Schlagzeilen ein, sogar in Großbritannien. Die London Times schrieb: 

„Die Nachricht, dass die ‚Emden‘ schließlich ihr unvermeidliches Ende gefunden hat, ist hierzulande natürlich mit großer Befriedigung aufgenommen worden. […] Ihr Schicksal hat aber noch andere Gefühle erweckt: Seit den ersten Septembertagen, als die ‚Emden‘ im Golf von Bengalen erschien, waren ihre Taten durch Wagemut und Unternehmungslust gekennzeichnet, Eigenschaften, die in einem Volk mit der Marinetradition Englands Anerkennung finden müssen. […] Ihr Schicksal war ein ehrenvoller Kampf ums Dasein. […] Dennoch hat man ihr keine Handlung von Rohheit oder Gewalttätigkeit nachsagen können. […] Wir begrüßen Kapitän von Müller als einen tapferen und ritterlichen Gegner. […] Es gibt nur wenige Ereignisse in der neueren Seekriegsgeschichte, die bemerkenswerter wären als die glänzende Laufbahn der kleinen ‚Emden‘.“       

Vier weitere Schiffe haben seit dem Untergang den Namen Emden getragen. Das neuste davon ist eine Braunschweig-Klasse Fregatte welche ab 2023 im Dienst stehen soll.

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